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Schulprogramm

Leitgedanke: “Der Weg ist das Ziel.“ (Konfuzius)

  • Aufgabenstellung
  • Ziel
  • Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule
  • Schulform
  • Unterrichtsorganisation
  • Schulcurriculum
  • Favorisierte Unterrichtsformen
  • Projekte

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Aufgabenstellung

Die Förderschule  für Sprachentwicklung wird von Schülerinnen und Schülern besucht, die einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Sprache haben. In dieser Förderschule wird i. d. R. nach den Lehrplänen der Grundschule und den Rahmenrichtlinien der Sekundarschule gearbeitet. Diese bilden die Grundlage für die individuellen Förder- und Entwicklungspläne sowie für den schuleigenen Lehrplan.

Ziel der Förderung an den Förderschulen für Sprachentwicklung ist die Reintegration. Die Sprachheilschule versteht sich als sogenannte Förderschule. Die Schülerinnen und Schüler an der Förderschule für Sprachentwicklung sollten in der Regel nach dem Besuch der Primarstufe (Schuljahrgänge 1 bis 4) in die allgemeine Schule zurückgeführt werden. Nur wenige Schülerinnen und Schüler verbleiben noch in den Schuljahrgängen 5 und 6 an der Förderschule für Sprachentwicklung. Demzufolge werden an der Förderschule für Sprachentwicklung keine schulischen Abschlüsse erworben.

Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule

(Auszug: Schulgesetz Sachsen-Anhalt; Aug.; 2005)

(1) Der Auftrag der Schule wird bestimmt durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Verfassung des Landes Sachsen-Anhalt. Insbesondere hat jeder junge Mensch ohne Rücksicht auf seine Herkunft oder wirtschaftliche Lage das Recht auf eine seine Begabungen, seine Fähigkeiten und seine Neigung fördernde Erziehung, Bildung und Ausbildung. Das schließt die Vorbereitung auf die Wahrnehmung von Verantwortung, Rechten und Pflichten in Staat und Gesellschaft ein.

(2) In Erfüllung dieses Auftrages ist die Schule insbesondere gehalten,

  1. die Schülerinnen und Schüler zur Achtung der Würde des Menschen, zur Selbstbestimmung in Verantwortung gegenüber Andersdenkenden, zur Anerkennung und Bindung an ethische Werte, zur Achtung religiöser Überzeugungen, zu verantwortlichem Gebrauch der Freiheit und zu friedlicher Gesinnung zu erziehen,
  2. die Schülerinnen und Schüler auf die Übernahme politischer und sozialer Verantwortung im Sinne der freiheitlich-demokratischen Grundordnung vorzubereiten,
  3. den Schülerinnen und Schülern Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten mit dem Ziel zu vermitteln, die freie Entfaltung der Persönlichkeit und Begabung, eigenverantwortliches Handeln und Leistungsbereitschaft zu fördern,
  4. die Schülerinnen und Schüler zu individueller Wahrnehmungs-, Urteils- und Entscheidungsfähigkeit in einer von neuen Medien und Kommunikationstechniken geprägten Informationsgesellschaft zu befähigen,
  5. die Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt, des öffentlichen Lebens, der Familie und Freizeit vorzubereiten,
  6. den Schülerinnen und Schülern Kenntnisse, Fähigkeiten und Werthaltungen zu vermitteln, welche die Gleichachtung und Gleichberechtigung der Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Abstammung, ihrer Rasse, ihrer Behinderung, ihrer sexuellen Identität, ihrer Sprache, ihrer Heimat und Herkunft, ihrem Glauben, ihren religiösen oder politischen Anschauungen fördern, und über Möglichkeiten des Abbaus von Diskriminierungen und Benachteiligungen aufzuklären,
  7. die Schülerinnen und Schüler zu verantwortlichem Handeln in einer von zunehmender gegenseitiger Abhängigkeit und globalen Problemen geprägten Welt für die Bewahrung von Natur, Leben und Gesundheit zu befähigen,
  8. die Schülerinnen und Schüler zu Toleranz gegenüber kultureller Vielfalt und zur Völkerverständigung zu erziehen sowie zu befähigen, die Bedeutung der Heimat in einem geeinten Deutschland und einem gemeinsamen Europa zu erkennen.

(3) Die Schule hat die Pflicht, die individuellen Lernvoraussetzungen und Lernbedürfnisse der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen. Schülerinnen und Schüler sind bei Bedarf zusätzlich zu fördern, um einen ihren Fähigkeiten entsprechenden Schulabschluss zu erlangen. Die Integration von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf in allen Schulformen soll gefördert werden, um auf diese Weise zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit beizutragen. Sonderpädagogischer Förderbedarf liegt vor, wenn Schülerinnen und Schüler in ihren Entwicklungs- und Bildungsmöglichkeiten so stark beeinträchtigt oder behindert sind, dass sie ohne zusätzliche, sonderpädagogische Förderung in der allgemeinen Schule nicht oder nicht mehr ausreichend gefördert werden können.

(3a) Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf sollen gemeinsam unterrichtet werden, wenn die Erziehungsberechtigten der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf dies beantragen, die personellen, sächlichen und organisatorischen Möglichkeiten vorhanden sind oder nach Maßgabe der Haushalte geschaffen werden können und mit der gemeinsamen Beschulung und Erziehung dem individuellen Förderbedarf entsprochen werden kann.

(4) Bei Erfüllung des Erziehungsauftrages haben die Schulen das verfassungsmäßige Recht der Eltern auf Erziehung ihrer Kinder zu achten.

(4a) Schulen arbeiten im Rahmen ihrer Aufgaben mit den Trägern der öffentlichen und freien Jugendhilfe sowie anderen Stellen und öffentlichen Einrichtungen, deren Tätigkeit sich wesentlich auf die Lebenssituation junger Menschen auswirkt, insbesondere mit Einrichtungen der Familienbildung und den Familienverbänden sowie Trägern der beruflichen Fort- und Weiterbildung, den Musikschulen, den Volkshochschulen sowie Sport- und anderen Vereinen zusammen. Die Schulen können dazu im Einvernehmen mit dem Schulträger Vereinbarungen abschließen. Die Schulträger können auf Wunsch der Schulen den Kooperationspartnern Räume und technische Ausstattung zur Nutzung überlassen.

Schulform

Förderschule

(1) In der Förderschule werden Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf aller Schuljahrgänge unterrichtet. Es ist das Ziel, auf der Grundlage einer rehabilitationspädagogischen Einflussnahme eine individuelle, entwicklungswirksame, zukunftsorientierte und liebevolle Förderung zu sichern. Für Schülerinnen und Schüler an Förderschulen können nach Maßgabe ihres individuellen Förderbedarfs spezifische therapieorientierte Unterrichtsbestandteilevorgehalten werden. Pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Betreuungskräfte unterstützen und ergänzen den Unterricht sowie die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler.

(2) Die Förderschule wird von Schülerinnen und Schülern besucht, die wegen der Beeinträchtigung einer oder mehrerer Funktionen auch durch besondere Hilfen in den anderen Schulformen nicht ausreichend gefördert werden können und deshalb für längere Zeit einer besonderen pädagogischen Förderung bedürfen. Den individuellen Voraussetzungen entsprechend können alle Abschlüsse der allgemein bildenden Schulen erworben werden.

Die Förderschule für Sprachentwicklung  “Sprachheilschule Halle“  ist Teil des Förderzentrums “Halle - Süd“.

Förderzentren

(1) Förderzentren entstehen durch Kooperationsvereinbarungen zwischen einer Förderschule und anderen allgemein bildenden oder berufsbildenden Schulen. Sie befördern in besonderer Weise die Möglichkeiten des gemeinsamen Unterrichts von Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf. Förderzentren sind regional und überregional tätig.

(2) Förderzentren bieten eine umfassende sonderpädagogische Beratung, Diagnostik und Begleitung beim gemeinsamen Unterricht an. Sie übernehmen insbesondere Aufgaben in der Prävention durch mobile und ambulante Angebote für Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, festgestellten Lernbeeinträchtigungen oder Entwicklungsnachteilen. Sie sind zugleich Zentren der Elternarbeit und der Fortbildung.

(3) Im Einzelfall kann eine Förderschule zeitweilig mit der Übernahme von bestimmten Aufgaben eines Förderzentrums beauftragt werden.

(4) Die Einrichtung eines Förderzentrums erfolgt im Benehmen der Schulträger der beteiligten Schulen mit Zustimmung der Schulbehörde.

Unterrichtsorganisation

Grundsätzlich werden die Schüler in Klassenverbänden unterrichtet, wobei die offene Unterrichtsführung einen großen Platz einnimmt.

Parallelklassen können in Fächern zusammengelegt werden. Der Unterricht wird an einem Tag in der Woche synchron geöffnet. Dadurch entsteht die Möglichkeit des offenen, fächer-, klassen- und jahrgangsübergreifenden Unterrichts.

Es besteht das Klassenlehrerprinzip, damit sich konstante, verlässliche  soziale Beziehungen zwischen Schülern und ihren Lehrkräften entwickeln können. Nach Möglichkeit begleitet der Klassenleiter seine ihm anvertraute Klasse so lang wie möglich.

Der Unterricht wird ergänzt durch Landschulheimaufenthalte und Klassenfahrten in zweijährigen Abständen. Außerdem werden interessante Angebote der Begegnungsstätte, Bibliothek, Theater, Mutimediales Zentrum u.a. genutzt.

Gemeinsame Rituale wie jahreszeitliche Projekte, thematische Feste  und vierzehntägige Zusammenkünfte der ganzen Lehrerschaft (Präsenzzeit) ermöglichen einen festen Zusammenhalt  und ein gut abgestimmtes, sprachheilpädagogisch orientiertes Arbeiten.

Schulcurriculum

Das Curriculum deckt sich im Wesentlichen mit dem Lehrplan der Grundschule. Der gesamte Unterricht ist darauf ausgerichtet, die sprachlichen Möglichkeiten der Schüler zu erweitern und die Kommunikationsfähigkeit zu fördern. Besonders die Unterrichtsfächer Rhythmische Bewegungserziehung und Sprachförderunterricht sind ausgewählte Fächer, um die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder zu erweitern. Außerdem sind Darstellendes Spiel, Rollenspiel und Projektpräsentationen geeignete Möglichkeiten, diese Ziele zu erreichen.

An der Sprachheilschule ist der Unterricht grundsätzlich förderdiagnostisch orientiert. Zu Beginn des Schuljahres werden die individuellen Förderpläne erstellt und mit den Eltern besprochen. Sie bilden die Arbeitsgrundlage für die Pädagogen im sprachheilpädagogischen Unterricht im Klassenverband, sowie im Kleingruppenunterricht. Die Kinder der Sprachheilschule können Auffälligkeiten in den folgenden vier Sprachebenen haben:

  • phonetisch- phonologische Sprachebene
  • morphologisch- syntaktische Sprachebene
  • semantisch- lexikalische Sprachebene
  • pragmatisch- kommunikative Ebene

Dabei kann eine Sprachebene betroffen sein, aber auch mehrere, bis hin zu allen vier Sprachebenen.

Für alle Sprachebenen bieten wir spezialisierte Förderstunden in Kleingruppen an, die klassen-, aber auch jahrgangsübergreifend zusammengesetzt sind. Diese Gruppen sind durchlässig. Es ist also jederzeit möglich, dass ein Kind in eine andere Gruppe wechseln kann. In der Regel sollte ein Kind jedoch ein halbes Schuljahr in einer Gruppe verbleiben.

Darüber hinaus bieten wir Fördergruppen für die Förderung der auditiven Wahrnehmungsfähigkeit, der Psychomotorik, der Konzentration, der Förderung im sozial- emotionalen Bereich, sowie der Förderung zur Überwindung der Lese- Rechtschreibschwäche und Dyskalkulie an, da Auffälligkeiten in diesen Bereichen oft mit Sprachauffälligkeiten korrelieren.

Im Fach Bewegungserziehung werden bei unseren Kindern die rhythmisch-musikalischen und motorischen Fähigkeiten geschult.

Im Klassenverband lernen maximal 12 Schüler in einer Klasse. Die Herausforderung der Lehrerinnen und Lehrer besteht darin, auch im Klassenunterricht jedes Kind individuell zu fördern und die verbindlichen Bildungsinhalte so umzusetzen, dass sie spracheilpädagogisch genutzt werden können. Besondere sprachfördernde Intentionen sind im schulinternen Lehrplan festgelegt. Bei der Vermittlung von Fachwissen wird die Sprache sehr oft gleichzeitig zum Lerngegenstand, in dem z.B. anhand eines bestimmten Themas Satzstrukturen geübt werden.

In zwei Unterrichtsstunden pro Woche unterstützt ein zweiter Lehrer den Deutschlehrer bei der Umsetzung der sprachheilpädagogischen Ziele. In einigen Stunden erfolgt eine Unterstützung durch pädagogische Mitarbeiterinnen.

Der Unterricht der Sprachheilschule zeichnet sich durch eine Vielzahl von Methoden aus, die den Kindern Lern- und Kommunikationserfolge sichern. Besonders hervorzuheben ist der Erstleseunterricht, der durch den „Kieler Leseaufbau“ erfolgt. Er ist gekennzeichnet durch einen silbenweisen Aufbau mit visueller Unterstützung durch Lautgebärden, der sich bei unseren sprachauffälligen Kindern sehr bewährt hat. Des Weiteren wird erfolgreich mit dem Spracherfahrungsansatz, der Anlauttabelle und dem Bilderbuchlesen gearbeitet.

Verschiedene Unterrichtsformen, wie Freiarbeit, Tages- und Wochenplanarbeit, sowie Stationenlernen werden eingesetzt, um die Schüler mit sprachlichen Defiziten an ein selbstständiges und zielgerichtetes Lernen heranzuführen.

Klassen- und jahrgangsübergreifender Unterricht, Projekte, Lernen im Schullandheim und Klassenfahrten machen das Lernen noch handlungs- und erlebnisorientierter und stärken unsere Kinder auch in ihrer sozialen Kompetenz. So haben bestimmte Projekte, wie das Projekt Gesunde Ernährung, unser Weihnachtsprojekt mit dem Fröbelcafe´, das Projekt Miteinander Leben und Richtiges Verhalten im Straßenverkehr einen festen Bestandteil  im Schulleben. Auf der Ebene der Klassenstufe gibt es noch weitere Projekte, wie z.B. Lesenächte.

Bibliotheks-, Theater- und Museumsbesuche, Angebote von Begegnungsstätten, dem Mulimedialen Zentrum und viele andere Angebote aus unserer Region fördern die kulturellen Interessen unserer Kinder und bereichern den Unterricht.

Favorisierte Unterrichtsformen

Offene Unterrichtsformen werden eingesetzt, um den Schüler mit sprachlichen Defiziten in differenzierter Weise an eigenständiges, selbstgesteuertes Lernen heranzuführen. Eigenaktivität, Eigensteuerung im Lernprozess wird angebahnt und erweitert mit dem Ziel der weitgehenden Selbstständigkeit.
Durch geeignete Lernarrangements werden dem Schüler individuell passend und differenziert Lernmaterialien aus den unterschiedlichen Lernbereichen angeboten. Dabei werden übergeordnete Lernziele verfolgt und wir Lehrer setzen ein starkes Vertrauen in die Fähigkeit eines jeden Schülers sich gemäß seinen Möglichkeiten zu entwickeln und eigene Prioritäten zu setzen. Aufgabe der Lehrkräfte ist es, die Schüler als Lernbegleiter zu unterstützen und zu eigenständigen Leistungen zu führen.

Bei der Tagesplanarbeit kann sich der Schüler in eigener Reihenfolge festgelegte Aufgaben über den Tag verteilt aussuchen und bearbeiten. Angebote reichen von Wahrnehmungs- und Sinnesübungen sowie Übungen aus dem lebenspraktischen Bereich bis hin zu differenzierten Aufgaben aus dem Bereich Lesen/Umgang mit Mengen, Zahlen und Größen oder speziellen Teilaufgaben aus den Rahmenvorhaben.

Die Wochenplanarbeit wird auf eine Woche ausgedehnt. Am Ende der Woche sollten alle Aufgaben erledigt sein. Die Reihenfolge und die Bearbeitungsdauer regeln die Schüler dabei zunehmend selber.

In der Freiarbeit können die Schüler aus einer Materialsammlung im Regal frei ihre Lerninhalte für einen festgelegten zeitlichen Rahmen wählen. Material mit Selbstkontrollmöglichkeiten eröffnet den Beginn einer eigenen Lernkontrolle.

Stationenlernen erfolgt an im Klassenraum eingerichteten Lernstationen, die im Laufe der zeitlichen Vorgabe erarbeitet werden. Die Reihenfolge kann dabei vorgegeben sein oder vom Schüler selbst gewählt werden.

Alle Formen des Unterrichts haben im Schulleben ihren Platz und werden mit Blick auf den einzelnen Schüler und die Klasse von den Lehrerteams der Klasse verantwortlich ausgewählt und eingeführt. Zielsetzungen und Schwerpunkte werden entsprechend des individuellen Entwicklungsstandes des Schülers, der Klassenstufe, in dem sich der Schüler befindet, und der Klassenzusammensetzung variieren.

Projekte